Jede Mode wird irgendwann wieder modern


Hosenschnitte wie die der Knickerbocker sind seit Beginn des 19. Jahrhunderts bekannt. Ursprünglich stammen Knickerbocker wohl aus Europa. Es heißt, dass niederländische Siedler diese auch Überfallhosen genannten Beinkleider gern trugen und sie in die Vereinigten Staaten von Amerika brachten. Der Stoff war am Oberschenkel ungewöhnlich weit geschnitten und fiel deshalb über das Knie – ähnlich wie es bei den sogenannten Pumphosen am Knöchel ist. Daher das Wort ‚Überfallhosen‘.

Knickerbocker (Breeches)


In Amerika fielen die Träger dieser Hosen mit ihrer Mode natürlich auf und so bekamen die Hosen irgendwann ihren Namen nach einer Romanfigur namens Knickerbocker. Diese Figur soll laut ihrer Beschreibung in dem Roman derartige Hosen getragen haben. Der Zusammenhang zu den Niederländern ist unbekannt, doch steht zu vermuten, dass man sich über die echten Träger dieser Hosen lustig machte.

Warum gab es solche Hosen?

Entworfen und geschneidert wurden diese Hosen mit ihrem weiten Oberschenkel und dem eng anliegenden Stoff am Unterschenkel ursprünglich als Sportkleidung. Sie wurden komplett aus Leder genäht, was die Hose strapazierfähig machte und weswegen sie zunächst hauptsächlich von Bergsteigern und Wanderern getragen wurde. Im Laufe der Zeit wurde der Schnitt dieser Sporthosen verändert, sodass der Stoff nicht mehr über das Knie fiel.

Auf diese Weise entstand eine deutlich sportlichere Form der weiten Hosen, deren Stoff fester war. Besonders die Reiter fanden schnell heraus, dass diese Hosen fürs Reiten sehr praktisch waren, da der eng anliegende Stoff am Unterschenkel – bis heute – perfekt in die eng anliegenden Reitstiefel passt. Im Ersten Weltkrieg (1914-1918) trugen sämtliche Reiterstaffeln Uniformen mit Reithosen nach diesem Schnittmuster – dann allerdings bereits aus Stoff mit Ledereinsätzen.

Aus Sportbekleidung wurde Mode

Da diese Beinkleider nun ein sportliches Image hatten, ist es also kein Wunder, dass beide Varianten dieser weiten Hosen in den Goldenen Zwanzigern des 20. Jahrhunderts gern nicht nur als Freizeithose getragen wurden. Knickerbocker gehörten für die Männer auch als Anzugshose zur aktuellen Mode. Dabei wurden meist farblich passende Kniestrümpfe über das Unterbein gezogen und dazu festes Schuhwerk getragen.

Die Damenmode bevorzugte die Form der Reithosen ohne den übers Knie fallenden Stoff, denn auch Frauen sind gern gewandert, geritten – und Fahrrad gefahren. Auch Motorradfahrer und Flugzeugpiloten und -pilotinnen trugen diese praktischen und bequemen Hosen gern, wie viele Foto- und Filmdokumente aus dieser Zeit belegen.

Jede Modeerscheinung kommt irgendwann zurück

Gönnen auch Sie sich das Vergnügen, über die Mode ein Jahrhundert zurückzureisen. Die Hosen stehen Männern und Frauen gleichermaßen. Zudem werden sie in Deutschland aus hochwertigen Stoffen gefertigt.

Retronia aus Berlin hat diese wieder aufleben lassen - und nicht nur die Hosenmode, sondern durch viele weitere Artikel aus dieser Zeit auch das Lebensgefühl. Schauen Sie sich auf der Webseite um und tauchen Sie ein in die Zeit, die für uns 100 Jahre zurückliegt. 'Mode und Accessoires für gestern' lautet das Motto der Firma. Auf ihrer Webseite finden Sie eine reichliche Auswahl dieser Hosenmode in Stoffen und Farben, wie sie in den jeweiligen Jahrzehnten ursprünglich getragen wurden. 

Ich berichtete bereits in meinem über Veranstaltungen, die im Stil der goldenen Zwanziger gehalten sind. Dabei spielen nicht nur die Mode, sondern auch alle anderen Gegenstände wie Autos, Fahrräder, Motorräder und Grammophone mit der alten Musik bis hin zu den Möbeln aus dieser Zeit eine Rolle. Eine sehr vergnügliche und unterhaltsame Art und Weise 100 Jahre in der Zeit zurückzureisen und das damalige Lebensgefühl zu erfahren.

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