Gepflegter Umgang – die Macht und Aufgaben der Verkäuferinnen

Letzten Samstag war ich mal wieder in meinem Supermarkt des Vertrauens. Wo ich war? Hmh… ich vermeide mal an dieser Stelle womögliche Regressansprüche seitens des blauen Riesen und nenne den Supermarkt mal Poldi.

Jedenfalls war ich an dem besagten Tag in diesem Poldi Markt und tätigte die restlichen Einkäufe für das Wochenende. Was ich einkaufte, fragt Ihr?

Da Fisch auf dem Programm stand, landete einmal Pangasius Fielet, etwas Gemüse  und andere Kleinigkeiten in meinen Warenkorb… kennt Ihr eigentlich schon die leckeren Bio Kekse mit Wiesenkräutern? Aber ich schweife ab!

An der Kasse, zum Glück war eine Kassiererin anwesend, es ist ja nicht immer selbstverständlich, hatte sich eine kleine Schlange gebildet. Hey, der hinter mir lehnte es ab , dass ich ihn vorlasse. Klasse, auch so ein entspannter Mensch, dem es egal ist, 1-2 Minuten länger in der Schlange zu verweilen. Geht mir meist auch so, außer ich muss die Bahn bekommen. 🙂

Ist es Euch auch schon mal aufgefallen, dass Kassen oft nicht besetzt sind und wenn man sich dann dem Band nähert eine Stimme ertönt: „Ich bin gleich da!„? Man wartet und wartet… schaut… oh sie räumt ne Kiste aus… oh sie wischt noch da entlang und man wartet und wartet? Mir fällt es immer öfter bei Poldi auf und ich muss sagen… bei dem daneben befindlichen RAWA Markt, auch diesen Firmennamen musste ich leider abändern, komme ich mir besser betreut vor. Meist befinden sich ein bis drei freundliche Verkäuferinnen am Kassenbereich, die einen sofort abkassieren wollen. Mir macht es nichts aus in der Schlange zu warten, aber zu warten, dass jemand an der Kasse erscheint, finde ich unfreundlich. Ich räume hier an dieser Stelle den Angestellten keine Schuld ein, eher der Verkaufsphilosophie seitens Poldi. Ich kann mir vorstellen, dass der Druck für die Verkäufer da ist, für alle Aufgabengebiete gleichzeitig zuständig zu sein.  Aber an dieser Stelle schildere ich den Eindruck aus meiner Sicht und wie ich diese Situationen einschätze.

Wo war ich noch gleich? Ach ja… zurück zum Poldi Markt.

Vor mir ein Junge… mir nichts dabei gedacht. Er hatte eine Cola und ein Brötchen auf dem Band. Als er an der Reihe war sprach er die Kassiererin an, dass er gerne noch eine Internetkarte hätte.

Die Verkäuferin nickt und wollte nun die Kohle… er sprach schüchtern, dass er insgesamt drei Karten hätte. Klar, etwas leiser, aber manche Menschen, so wie ich, sprechen gerne leise.

Daraufhin die Verkäuferin: „Du sprichst so gut deutsch, kannst du dich nicht deutlicher ausdrücken was du möchtest?

Hallo? Geht’s noch? Was ist für eine Anmaßung? Auch ich bemerkte nun, dass dieser Junge offensichtlich ein Flüchtlingskind war. Ich dachte noch so bei mir, toll, wie gut er schon unsere Sprache spricht und dann wird er so von der Verkäuferin angegangen? Ihr müsst Euch an dieser Stelle noch eine arrogante Stimme dazu denken… denn das Gesamtpaket machte diese Situation erst so schier unfreundlich. Am liebsten hätte ich dazu was gesagt, aber in dem Moment fehlten mir die passenden Worte und der Junge hatte bereits seine Sachen beisammen und verließ des Gebäude des blauen Riesen.

Was hat es denn damit zu tun, wenn man der deutschen Sprache mächtig und schüchtern ist. Dazu kommt noch, dass sich dieser Junge noch entwickelt. Muss man ihn dann so maßregeln? Auch gehe ich davon aus, dass der Poldi Markt ein Dienstleistungsunternehmen ist und ich Anspruch auf Höflichkeit habe und nicht gemaßregelt werde. Vorausgesetzt ich halte mich ebenfalls an höfliche Gepflogenheiten.